Plushgun Song zum neuen Til Schweiger Film “Zweiohrkücken”
Es gibt Alben, die sind wie eine Party in der Plastikbox: Rein in die Stereoanlage, und man weiß sofort, dass absolut nichts mehr schief gehen kann.
Plushgun ist das geniale Baby des 25-jährigen Daniel Ingala (Lead Vocals, Keyboards, Gitarre), der in seinem chaotischen, total überfüllten und völlig unterdimensionierten Mini-Appartment in Brooklyn’s Künstlerviertel Williamsburg nächtelang an seinem Powerbook frickelte, um endlich das große Ding zu landen. Eigentlich hatte der aus einer Kleinstadt bei Boston stammende Künstler brav sein Studium der Politikwissenschaften an der NYU zu Ende bringen wollen, aber nachdem er für eine seiner zahlreichen Affären einen Song geschrieben hatte, entflammte auch seine nur mühsam unterdrückte, lebenslange Leidenschaft für Musik aufs Neue.
Nachdem er 2007 seinen ersten Song “Just Impolite” auf seine MySpace-Seite gestellt hatte, nahm das Projekt genau die Entwicklung, an die zwar tief in seinem Innern geglaubt hatte, von deren Wucht er dann aber selbst überrascht wurde. Schon bald tauchten die ersten Plushgun-Songs in der Web-TV-Soap “We Need Girlfriends” auf und fanden sich auf Platz 1 des Alternative Rock Channels auf Ourstage.com wieder. Als Ingala nach all dem Hype bereit war, das Experiment auch live auf die Bühne zu bringen, rekrutierte er kurzerhand seine Freunde Taylor Armstrong (Gitarre) und Matt Bogdanow (Schlagzeug) als Bandmitglieder. Seitdem ist Plushgun ständig auf Tour und begeistert die Fans aktuell in Städten wie New York, Philadelphia, Montreal, Toronto, Madrid, Barcelona und Valencia.
David Ingala versteht sein Plushgun-Projekt als Gesamtkunstwerk. So wurde das Artwork zum Debütalbum von Patrick Smith (www.blendfilms.com) designt. Damit ist “Pins and Panzers” nach zwei EPs auf dem amerikanischen Markt bereits der dritte Plushgun-Release, der von angesagten Künstlern aus der Brooklyner Design-Szene gestaltet wird. Auch das trashige Video zu “Just Impolite” (1.200.000 Aufrufe bei MySpace) ist ein optischer Leckerbissen. Unter der Regie von Tyler Shields übernahmen Stars wie Juno Temple (“Atonement”) und Brittany Snow (“Hairspray”) die Hauptrollen.
„Pins and Panzers“ ist eine Ansammlung von ansteckenden, synthie-beflügelten Indiepop-Juwelen, die sich sofort im Ohr festsetzen. Die Songs variieren zwischen einer tief gründenden Sensibilität, dem fast schon verzweifelten Versuch, seiner verlorenen Liebe hinterher zu jagen und einer grandiosen Selbstinszenierung. Verwurzelt im Sound der späten 1990er Jahre und inspiriert von Bands wie OMD, New Order, Pulp, Belle and Sebastian, Nirvana und Weezer, stecken sie voll fröhlicher, stakkatoartiger Sounds, die perfekt auf die jeweilige Bassdrum abgestimmt sind. Samples von Xylofon oder elektronischer Streichern tragen die Songs immer wieder in euphorische Höhen, stellen aber auch eine ironische Distanz zu den oft melancholischen Texten her. Daniel Ingala trifft dabei für jede Stimmung den richtigen Ton. Er beschwört glückliche Momente herauf, nur um kurz darauf wieder in bodenlose Traurigkeit zu verfallen.
Mit eingängigen Melodien, federleichter Instrumentierung, dezent elektronischen Einschlägen und Ingalas einprägsamem Gesang nistet sich das Album schnell in den Gehörgängen ein. Vom Emo-Kid bis zum pophistorisch gebildeten Mitvierziger sollte jeder diese Musik auf Anhieb verstehen. Und das ist dann einfach gute Popmusik.